Die Technik des neuen EQS
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EQS 450+ Stromverbrauch NEFZ kombiniert: 18,9-16,2 kWh/100 km; CO₂-Emissionen: 0 g/km | EQS 580 4MATIC Stromverbrauch NEFZ kombiniert: 19,6-17,6 kWh/100 km; CO₂-Emissionen: 0 g/km
Viel Federungs- und Abrollkomfort gepaart mit hoher Fahrdynamik
Der neue EQS: das Fahrwerk
Das Fahrwerk des neuen EQS mit einer Vierlenker-Achse vorne und einer Raumlenkerachse hinten ist konstruktiv eng mit der neuen S-Klasse verwandt. Serienmäßig ist die Luftfederung AIRMATIC mit kontinuierlicher Verstelldämpfung ADS+. Das Fahrzeugniveau wird zur Reduzierung des Luftwiderstands und damit zur Erhöhung der Reichweite ab ca. 120 km/h automatisch abgesenkt. Zum Serienstandard gehört eine Hinterachslenkung mit einem Lenkwinkel von bis zu 4,5° für viel Handlichkeit in der Stadt und Agilität über Land.
Die serienmäßige Luftfederung AIRMATIC spricht besonders feinfühlig an. Sie verbindet Luftfederbälge und adaptive ADS+-Dämpfer, deren Kennung vollautomatisch geregelt an jedem Rad individuell veränderlich ist, und zwar in Zug- und Druckstufe getrennt. Eine ausgeklügelte Sensorik und Algorithmik stellen die Dämpfer entsprechend der Fahrbahnbeschaffenheit so ein, dass beispielsweise das Überfahren einer Unebenheit mit nur einem Rad sich nicht auf die ganze Achse und den Fahrgastraum überträgt. Feder und Dämpfer sind an Vorder- und Hinterachse in einem Federbein zusammengefasst.
Die Niveauregulierung ist Bestandteil der AIRMATIC. Sie hält die Bodenfreiheit unabhängig von der Beladung des Wagens konstant, nimmt aber bei Bedarf auch Änderungen vor. So wird die Karosserie im Programm SPORT bei Geschwindigkeiten über 120 km/h um 20 mm abgesenkt, um den Luftwiderstand zu verringern und die Fahrstabilität zu erhöhen. Unterschreitet das Fahrzeug 80 km/h, geht das Karosserieniveau in die Ausgangslage zurück. Bis 40 km/h kann die Karosserie durch Tastendruck um 25 mm angehoben werden, über 50 km/h wird automatisch wieder auf Normalniveau abgesenkt.
Handlich wie ein Kompaktwagen: Beide Achsen können lenken
Ziel der Ingenieure von Mercedes-Benz war es, den mit stattlichen Abmessungen versehenen EQS so handlich wie einen Kompaktwagen zu machen. Realisiert wurde diese beeindruckende Fahrfunktion über eine Hinterachslenkung, die große Lenkwinkel (Serie: 4,5°, Option 10°) zulässt und in die Fahrdynamikregelung von Lenkung, Bremse und Federung integriert ist (mehr zur Hinterachslenkung im separaten Kapitel). Vorne besitzt der EQS eine elektromechanische Direktlenkung. Dabei ermöglichen die Fahrwerkseinstellungen der DYNAMIC SELECT Fahrprogramme eine individuelle Anpassung der Unterstützungscharakteristik.
DYNAMIC SELECT: Der EQS fährt, wie es sich der Fahrer wünscht
Der Fahrer kann die Eigenschaften des Antriebs, des ESP®, des Fahrwerks und der Lenkung individuell verändern. Die Wahl erfolgt über ein Bedienelement am unteren Ende des Zentral-Displays. Grundeinstellung ist das Fahrprogramm COMFORT, alternativ stehen SPORT, ECO und INDIVIDUAL zur Verfügung. Nach der Auswahl gibt es eine akustische und optische Bedienrückmeldung. Das gewählte Fahrprogramm wird als Status angezeigt und auf dem Zentral-Display inszeniert.
Die Hinterräder lenken serienmäßig mit
Der neue EQS unter der Lupe: die zwei Versionen der Hinterachslenkung
Zum handlichen und dynamischen Eindruck des EQS trägt die serienmäßige Hinterachslenkung mit einem Lenkwinkel von bis zu 4,5° bei. Alternativ lassen sich die Hinterräder sogar mit bis zu 10° einschlagen. Dadurch ist ein Wendekreis von 10,9 Metern möglich. Das entspricht dem Wendekreis vieler Modelle der Kompaktklasse. Die Variante mit dem großen Lenkwinkel kann bei den ab Anfang 2022 produzierten Fahrzeugen auch noch später über ein Upgrade over the Air (OTA) freigeschaltet werden. Im Zentral-Display werden im Fahrprogramm-Menü der jeweilige Winkel an der Hinterachse und die Trajektorien eingeblendet.
Das Zusammenspiel zwischen Vorderachs- und Hinterachslenkung wurde so ausgelegt, dass im Stadt- und Landstraßenbereich ein agiles Ansprechen mit geringem Lenkaufwand erzielt wird, gleichzeitig aber auch eine sehr hohe Stabilität. Diese drückt sich beispielsweise in geringen Schwimmwinkeln und hoher Gierdämpfung aus. Bei Hochgeschwindigkeit wird der Fokus verstärkt auf Stabilität gelegt, ohne dabei Einbußen an Präzision und Ansprechverhalten in Kauf zu nehmen. Dieser Mehrwert wird durch die integrierte Ansteuerung von Lenkung und Bremse (ESP®) erzielt und steigert dadurch die Fahrsicherheit deutlich.
Die Funktionsweise der Hinterachslenkung im Detail: Ein Elektromotor treibt über einen Riemen eine Spindelmutter an der Hinterachse an. Dadurch wird die Spindel axial verstellt. Abhängig von der Geschwindigkeit (unter/über 60 km/h) und vom Lenkradwinkel werden die Hinterräder in die gleiche Richtung oder in die entgegengesetzte Richtung wie die Vorderräder eingeschlagen (=gleich- oder gegensinnig). Vereinfacht dargestellt, ergeben sich mehr Agilität und ein kleinerer Wendekreis durch gegensinniges Lenken und mehr Stabilität durch gleichsinniges Lenken. Die Umgebungsdaten der Fahrzeugsensoren (Radar, Kamera, Ultraschall) werden genutzt, um den maximalen Lenkausschlag an die jeweilige Situation anzupassen. Bei mehr als 60 km/h wird von gegen- auf gleichsinniges Lenken umgestellt.
Hochauflösende Lichtprojektion mit Assistenzfunktionen
Der neue EQS unter der Lupe: das DIGITAL LIGHT
Die revolutionäre Scheinwerfertechnologie DIGITAL LIGHT (Sonderausstattung) ermöglicht innovative Funktionen, etwa die Projektion von Hilfsmarkierungen oder Warnsymbolen auf die Fahrbahn. DIGITAL LIGHT besitzt in jedem Scheinwerfer ein Lichtmodul mit drei extrem lichtstarken LED, deren Licht mit Hilfe von 1,3 Millionen Mikrospiegeln gebrochen und gerichtet wird. Pro Fahrzeug beträgt die Auflösung also über 2,6 Millionen Pixel.
Untergebracht sind die Mikrospiegel auf der Fläche eines Daumennagels. Ein Steuergerät mit leistungsstarkem Grafik-Rechner generiert über eine HDMI-ähnliche Verbindung einen permanenten Videostream zu den Spiegeln. Digital Light greift damit die Technik von Videobeamern auf. Zu erkennen ist der neuartige Scheinwerfer im EQS an seiner konkaven Linse und dem blau beleuchteten Schriftzug Mercedes-Benz.
Das in 1,3 Millionen Pixel gegliederte Licht macht eine punktgenaue Lichtverteilung möglich. Der Fernlichtassistent ist beim Ausblenden von Gegenverkehr oder Verkehrsschildern hochgenau. Auch die Hell-Dunkel-Grenzen und die Lichtverteilung aller übrigen adaptiven Lichtfunktionen werden mit einer deutlich verbesserten Präzision dargestellt, was beispielsweise im Nebellicht, Autobahnlicht oder Citylicht die Ausleuchtung optimiert.
Revolutionär sind diese Assistenzfunktionen1:
- Warnung vor erkannten Baustellen durch die Projektion eines Baggersymbols auf die Fahrbahn
- Warnung und Markierung durch ein Spotlight auf erkannte Fußgänger am Fahrbahnrand
- Hinweis auf Ampel, Stoppschild oder Einfahrverbot durch Projektion eines Warnsymbols auf die Fahrbahn
- Unterstützung auf verengten Fahrbahnen (Baustelle) durch Projektion von Führungsmarkierungen auf die Fahrbahn
- Anzeige des Starts des kooperativen Spurwechsels
- Warnung und Richtungsweisung, wenn der Spurhalte- oder Totwinkel-Assistent eine Gefahr erkennen
Das topographische Licht berücksichtigt auf der Basis von Daten der Navigationskarten Bergfahrten, insbesondere Kuppen und Senken: Beim Überfahren einer Kuppe beispielsweise leuchtet der Scheinwerfer nicht in den Himmel, sondern wird möglichst parallel zur Fahrbahn heruntergeschwenkt. In Senken wird der Lichtkegel angehoben und somit nahezu die gewünschte Reichweite erhalten.
DIGITAL LIGHT begrüßt und verabschiedet den Fahrer mit einer speziellen Lichtinszenierung.
Das integrierte Geofencing hilft, in jedem Land die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten. Denn welche DIGITAL LIGHT Projektionsfunktionen erlaubt sind, unterscheidet sich international. Wenn er eine Staatsgrenze passiert, passt der EQS die Funktionen von DIGITAL LIGHT automatisch an die jeweils gültigen Bestimmungen an. Dann sind die entsprechenden Projektionen zwar weiterhin in MBUX aktivierbar, die Funktion wird jedoch während des Aufenthalts in diesem Land unterdrückt.
1 Aufgrund der Zulassungsregularien können die Verfügbarkeit und der Funktionsumfang dieser neuen Assistenzfunktionen marktspezifisch eingeschränkt sein
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