Das Mercedes-EQ Formel E Team
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Ian James
Interview: „Wir stellen uns gerne der Herausforderung“
Teamchef Ian James wirft einen Blick auf die Saison 7 und die Herausforderungen, die das Team erwarten.
Wie viel Schwung hat der Doppelsieg zum Saisonabschluss dem Team für die neue Saison gegeben?
Ian James: Es war für uns natürlich sehr erfreulich, dass wir mit so einem Ergebnis in die Vorbereitung auf die neue Saison gehen konnten. Wir sind gut gestartet, haben im Laufe des Jahres aber ein Auf und Ab erlebt. Deshalb war es für uns wichtig, in Berlin noch einmal zu zeigen, was wir können. Das ist uns gelungen.
Ein Team lernt aus schwierigen Zeiten mindestens genauso viel wie aus Erfolgen. Was sind die wichtigsten Lehren für die neue Saison?
Aus Problemen kann man immer viel lernen. Wichtig ist, dass wir keinen Fehler zweimal gemacht haben und wir nun die Erkenntnisse, die wir gesammelt haben, in die Saison 7 mitnehmen. Am Ende des Tages ist es entscheidend, die notwendige Konstanz zu erreichen. In der Formel E erwarten Dich viele schwierige und unerwartete Aufgaben. Wenn in so einem Moment nicht alle anderen Facetten ineinandergreifen, hat man schnell ein Problem. Das war für uns als Team die allerwichtigste Lehre. Wir müssen sicherstellen, dass wir alles, was in unserem Einflussbereich liegt, fest unter Kontrolle haben. Jeder Einzelne muss auf höchsten Niveau arbeiten, angefangen von den Fahrern über die Ingenieure und Mechaniker bis zu mir als Teamchef. Auf externe Faktoren haben wir keinen Einfluss, deshalb ist es entscheidend, dass im Team alles reibungslos verläuft, damit wir bestmöglich auf Herausforderungen reagieren können.
Welche Veränderungen gibt es innerhalb des Teams?
Wir haben uns nach der ersten Saison damit auseinandergesetzt, wie wir uns als Team weiterentwickeln und Aufgaben neu verteilen können. So haben wir uns mit Nick Chester als Technischem Direktor beispielsweise personell noch einmal verstärkt.
Wie wichtig ist die Konstanz bei der Fahrerpaarung?
Sehr wichtig. Ich bin mit unseren Fahrern sehr zufrieden. Nyck und Stoffel haben gezeigt, dass sie die richtigen Fähigkeiten für die Formel E besitzen. Sie sind nicht nur unglaublich schnell, sondern haben auch die notwendige Intelligenz, um den Umgang mit dem Energie-Management und die einzigartigen Rennen in der Formel E mental zu meistern. Im Laufe der Saison 6 haben beide Fahrer viel gelernt. Diese Erfahrung können sie nun in der kommenden Saison einbringen.
Wir leben in wirtschaftlichen Zeiten. Wie gelingt dem Team der Spagat zwischen der Kostenkontrolle und dem Verbessern der Wettbewerbsfähigkeit?
Es ist sehr wichtig, dass wir in der Formel E die notwendige finanzielle Nachhaltigkeit schaffen. Das gilt für alle Teams und Hersteller, die an der Serie teilnehmen. In diesem Zusammenhang arbeiten wir eng mit der FIA und der Formel E zusammen, um die richtige Strategie für die Zukunft zu finden. In Zeiten von COVID-19 sehen wir uns alle einer besonders schwierigen Herausforderung gegenüber. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass wir die Serie vorantreiben, sodass wir auch weiterhin dabei sein können, aber gleichzeitig auch eine gewisse Normalität erreichen. Dabei steht für uns die Sicherheit aller Teammitglieder und Fans an erster Stelle. Es ist aktuell noch schwer einzuschätzen, wie stark wir in den kommenden Monaten durch die Situation beeinträchtigt werden. Es gibt jeden Tag neue Statusmeldungen und Herausforderungen. Deshalb brauchen wir als Rennserie und Teilnehmer eine gewisse Flexibilität, um rasch die richtige Lösung zu finden.
Welchen sportlichen Herausforderungen sieht sich das Team in der Saison 7 gegenüber?
Der Wettbewerb in der Formel E ist unglaublich eng, das haben wir schon in unserer Debütsaison gesehen. Ich erwarte, dass uns über die Off-Season Fortschritte bei unserem neuen Antriebsstrang sowie bei der Verbesserung der Abläufe innerhalb unseres Teams gelingen werden. Aber wir sind damit nicht allein – das gilt für alle anderen Teams genauso. Das ist die größte sportliche Herausforderung für uns. Beim Saisonstart weiß niemand genau, wie das Kräfteverhältnis zwischen den Teams aussehen wird. Aber das macht auch unheimlich viel Spaß. Das ist die Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Aus diesem Grund engagieren wir uns alle in diesem Sport.
Ab dieser Saison wird die Formel E zur Weltmeisterschaft. Wie wichtig ist dieser Status für Mercedes?
Damit erhalten wir die Gelegenheit, eventuell eine Weltmeisterschaft zu gewinnen. Es würde sicherlich schön klingen, einmal Formel E-Weltmeister zu sein. Die Formel E spielt eine sehr wichtige Rolle in der Zukunft des Motorsports. Der Fokus auf Elektromobilität und Nachhaltigkeit gibt der Serie sehr positive Zukunftsaussichten. Aus meiner Sicht ist es berechtigt, dass eine Serie, die in großen Metropolen in aller Welt antritt, auch den Status einer Weltmeisterschaft trägt.
Steigt durch den WM-Status und die vielen engagierten Hersteller auch der Druck auf das Team, erfolgreich zu sein?
Mercedes-Benz besitzt eine lange Motorsport-Tradition mit mittlerweile 126 Jahren im Rennsport. Allein das setzt gewisse Erwartungen an uns, dass wir am Ende des Tages auch die notwendigen Erfolge einfahren. Aber klar ist auch: unsere Rookie Season ist vorbei. Wir sind mit Leib und Seele Racer, die um Podestplätze oder vielleicht sogar die Weltmeisterschaft kämpfen möchten. Wir haben mit unseren Ergebnissen in der Saison 6 die Messlatte auf ein gewisses Niveau gehoben. Jetzt ist es für uns wichtig, dieses Niveau nicht nur zu halten, sondern es in die richtige Richtung zu verschieben. Wir haben in der vergangenen Saison den dritten Platz in der Teamwertung belegt, warten wir ab, was Saison 7 für uns bereithält.
Teamchef Mercedes-Benz EQ Formel E Team
| Geboren: | Am 10. November 1977 in High Wycombe (UK) |
| Studium: | Bachelor of Engineering, Coventry University (UK) |
| Familienstand: | Verheiratet mit Claire, zwei Kinder, Cameron und Chloe |
| Wohnort: | Marlow (UK) |
Karriere
| 2001-2005 | Manufacturing Engineer bei McLaren Automotive Ltd. |
| 2005-2008 | Project Lead, Production Planning bei der DaimlerChrysler AG |
| 2008-2011 | Manager, Finance and Controlling im Werk Tuscaloosa, Alabama (DAG) |
| 2011-2015 | Head of Programme Management, Mercedes-AMG High Performance Powertrains (UK) |
| 2015-2018 | Senior Manager, Marketing/Communications and Governmental Business, Mercedes-Benz G-Class |
| Seit 2019 | Teamchef Mercedes-Benz EQ Formel E Team |
Stoffel Vandoorne
Profil
| Geburtstag: | 26. März 1992 in Kortrijk (Belgien) |
| Familienstand: | Ledig |
| Wohnort: | Monaco |
| Größe: | 1,77 m |
| Gewicht: | 65 kg |
| Hobbys: | Kartfahren und Radfahren |
| Internet: | www.stoffelvandoorne.com |
Statistik: Formel E
| Debüt: | Diriyah 2018 (P16) |
| Starts: | 24 |
| Siege: | 1 |
| Podestplätze: | 4 |
| Pole Positions: | 2 |
| Punkte: | 122 |
| Beste Gesamtplatzierung: | P2 (2019/20) |
Karriere
| 1998-2009 | Kartsport |
| 2010 | F4 Eurocup 1.6: Meister |
| 2011 | Formel Renault 2.0 Eurocup: P5 Formel Renault 2.0 Northern European Cup: P3 |
| 2012 | Formel Renault 2.0 Eurocup: Meister Formel Renault 2.0 Northern European Cup: P9 |
| 2013 | Formel Renault 3.5 Serie: P2 McLaren Young Driver Programm |
| 2014 | GP2 Serie: P2 Formel 1 (McLaren): Testfahrer |
| 2015 | GP2 Serie: Meister Formel 1 (McLaren): Testfahrer |
| 2016 | Formel 1 (McLaren): Testfahrer + 1 Rennen |
| 2017 | Formel 1 (McLaren): P16 |
| 2018 | Formel 1 (McLaren): P16 |
| 2018/2019 | Formel E (HWA RACELAB): P16 24h Le Mans (LMP1): P3 |
| 2019/2020 | Formel E (Mercedes-Benz EQ Formel E Team): P2 Formel 1 (Mercedes-AMG Petronas F1 Team): Ersatzfahrer |
| 2020/21 | Formel E (Mercedes-Benz EQ Formel E Team) |
Stoffel geht in seine dritte Saison in der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft. In seinen bislang 24 E-Prixs erzielte er einen Sieg, zwei Pole Positions und vier Podestplätze. Er schloss die Saison 2019/20 auf dem zweiten Platz der Fahrerwertung ab.
Du hast die Saison in Berlin mit einem Erfolgserlebnis abgeschlossen. Wie groß ist der Schub, den Dir das für die Vorbereitung auf Saison 7 gegeben hat?
Das war natürlich großartig. Es ist immer ein wunderbares Gefühl, eine Saison mit einem Sieg zu beenden, diesen Schwung kann man für eine Weile mitnehmen. Das Team hatte diesen Sieg seit einiger Zeit verdient. Wir haben gute Leistungen gezeigt, aber es nie ganz geschafft. Als es dann endlich soweit war, hat das dem Team und mir selbst sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Es fühlte sich so an, als ob wir endlich einen Haken dahinter setzen konnten. Wir wissen jetzt, dass wir es umsetzen können. Nun müssen wir diesen Schwung in die neue Saison mitnehmen. Darauf freue ich mich sehr. Nach einer schwierigen Vorsaison unter außergewöhnlichen Umständen haben wir jetzt ein Jahr mehr Erfahrung auf dem Buckel und befinden uns hoffentlich mit unserem neuen Auto in einer guten Ausgangsposition für die kommende Saison.
Wie groß ist die Herausforderung für Dich als Fahrer, Dich während des Rennens nicht nur auf das Rennfahren, sondern auch auf all die strategischen Elemente zu konzentrieren?
Das ist sehr fordernd. Die Formel E ist technisch sehr anspruchsvoll und wir investieren vor den Rennwochenenden viel Zeit in die Vorbereitung. Der Grund dafür sind die einzigartigen Ein-Tages-Events in der Formel E - deshalb verbringen wir vor den Rennen so viel Zeit im Simulator. Wir versuchen, so viel Arbeit wie möglich zu erledigen, bevor wir an die Strecke kommen. Denn manchmal sind es einfach viel zu viele Informationen, um sie dort zu verarbeiten, deswegen testen wir vorher einige Tage im Simulator. Dann kennen wir viele Informationen und Daten bereits, die wir während des Fahrens auf dem Display sehen. Das verringert die Arbeitsbelastung an der Rennstrecke ein bisschen, sodass wir uns mehr auf andere Dinge konzentrieren können. Gemeinsam mit dem Team versuchen wir zu analysieren, wie die anderen auf bestimmte Szenarien reagieren werden oder wie wir damit umgehen sollten. Aber schlussendlich läuft es im Rennen immer anders, egal wie gut man es vorher plant und egal wie viel Zeit man in die Vorbereitung steckt. Am Ende läuft es niemals genauso, wie man es erwartet hat. Es gibt immer Variablen, mit denen man im jeweiligen Moment klarkommen muss und dafür braucht es eine gute Kommunikation zwischen dem Fahrer und dem Team.
Wie wichtig ist diese Zusammenarbeit zwischen Dir und den Ingenieuren?
Es ist super wichtig, ein gutes Verständnis mit seinem Ingenieur zu haben, damit er genau weiß, was der Fahrer mit seinen Aussagen meint. Alles geschieht binnen Sekundenbruchteilen. Man muss dabei ruhig bleiben, denn wir bekommen so viele Informationen angezeigt und müssen ihn auch darüber informieren, was geschieht, damit er uns korrektes Feedback geben kann. Das ist in der Formel E von großer Wichtigkeit. Mein Renningenieur Marius und ich haben in der vergangenen Saison in dieser Hinsicht eine gute Entwicklung gehabt. Es war unsere erste gemeinsame Saison und ich denke, wir haben eine sehr gute Beziehung zueinander aufgebaut. Natürlich mussten wir uns erst ein wenig gegenseitig kennenlernen und herausfinden, was der andere benötigt, aber wir haben definitiv sehr gute Fortschritte erzielt.
Was muss passieren, damit Du am Ende der Saison 7 zufrieden bist?
Das Wichtigste ist, dass wir den Schwung vom Finale in Berlin in die neue Saison mitnehmen. Die Plätze zwei und drei in der Fahrer- respektive Teamwertung erhöhen den Druck auf das gesamte Team, um diese Ergebnisse weiter zu verbessern. Aber wir müssen realistisch bleiben. Es ist erst unsere zweite Saison und die Formel E ist eine sehr schwierige Weltmeisterschaft. In der vergangenen Saison mussten wir mit ungewöhnlichen Umständen klarkommen, die uns vielleicht oder vielleicht auch nicht in die Karten gespielt haben. Das lässt sich schwer beurteilen, aber unser Ziel ist ganz klar, regelmäßiger um Siege zu kämpfen. Sehen wir uns das Vorjahr noch einmal an: Ja, ich bin Zweiter in der Fahrerwertung geworden, aber das hätten auch zehn andere Fahrer schaffen können. Der Abstand zu Platz eins war noch recht groß. Deshalb sollte es unser erstes Ziel sein, den Abstand zum Spitzenreiter zu verringern, egal auf welcher Position wir die Saison beenden. Natürlich würde ich gerne um die Weltmeisterschaft kämpfen, aber zunächst müssen wir versuchen, den Abstand zu verringern und noch konstanter zu werden. Wir müssen immer in Bestform sein. Das gilt genauso für die Teamwertung. Zusammen mit Nyck haben wir ein sehr starkes Team. Er konnte zum Saisonabschluss seinen ersten Podestplatz einfahren und daraus weiteres Selbstvertrauen schöpfen. Deshalb glaube ich, dass wir uns in einer guten Ausgangslage befinden, um diesen Schwung mitzunehmen.
Nyck de Vries
Profil
| Geburtstag: | 06. Februar 1995 in Sneek (Niederlande) |
| Familienstand: | Ledig |
| Wohnort: | Sneek (Niederlande) |
| Größe: | 1,67 m |
| Gewicht: | 58 kg |
| Hobbys: | Wassersport, Ski fahren, Tennis |
| Internet: | www.nyckdevries.com |
Statistik: Formel E
| Debüt: | Diriyah 2019 |
| Starts: | 11 |
| Siege: | - (Beste Platzierung: P2) |
| Podestplätze: | 1 |
| Pole Positions: | - (Beste Startposition: P3) |
| Punkte: | 60 |
| Beste Gesamtplatzierung: | P11 (2019/20) |
Karriere
| 1999-2011 | Kartsport |
| 2012 | Formel Renault 2.0 Eurocup: P5 |
| 2013 | Formel Renault 2.0 Eurocup: P5 |
| 2014 | Formel Renault 2.0 Eurocup: Meister Formel Renault 2.0 ALPS: Meister |
| 2015 | Formel Renault 3.5: P3 |
| 2016 | GP3 Series: P6 |
| 2017 | Formel 2: P7 |
| 2018 | Formel 2: P4 |
| 2019 | Formel 2: Meister |
| 2019/20 | Formel E (Mercedes-Benz EQ Formel E Team): P11 |
| 2020/21 | Formel E (Mercedes-Benz EQ Formel E Team) |
Nyck gab in der Saison 6 sein Debüt in der vollelektrischen Rennserie und beendete das Jahr als bester Rookie auf Platz elf. Beim Saisonfinale in Berlin erzielte er als Zweiter seinen ersten Podestplatz und komplettierte den ersten Doppelsieg des Teams in der Serie.
Du gehst in Saison 7 in Dein zweites Jahr in der Formel E. Fühlst Du Dich in der Serie und im Team schon Zuhause?
Am Anfang unserer Debütsaison musste sich das Team erst noch ein bisschen finden und einspielen. Das galt auch für mich, weil ich mich zu Beginn noch in meiner Formel-2-Saison befand, parallel aber schon die Vorbereitungen auf die Formel E liefen. Ich musste alles zur gleichen Zeit machen und bin einfach mitgeschwommen. Dabei habe ich mich wahrscheinlich noch nicht ganz so Zuhause gefühlt, wie es jetzt der Fall ist. Das braucht immer etwas Zeit. Man kann das nicht erzwingen, stattdessen hat sich im Laufe der Saison eine starke Arbeitsbeziehung entwickelt und wir sind immer mehr zusammengewachsen. In der jeweiligen Situation bemerkt man es nicht, aber rückblickend erkenne ich, dass es einen klaren Unterschied gibt, wie ich mich am Anfang und jetzt in diesem Umfeld und im Team gefühlt habe. Ich bin mit meiner Position im Team und allen Beteiligten sehr zufrieden.
Wie schwierig war es für Dich, wichtige Aspekte wie das Energie-Management und die strategischen Elemente der Formel E zu lernen?
Obwohl ich nicht so viel Zeit hatte, versucht man während der Testfahrten vor Saisonbeginn, sich auf alles vorzubereiten, was einen möglicherweise an den Rennwochenenden oder im Laufe der Saison erwarten könnte. Aber tatsächlich ist es so, dass nichts davon genauso ist wie in einem richtigen Rennen. An einem Testtag bist du allein auf der Strecke und spulst deine Runden ab. Es ist quasi ein perfektes Rennen, aber in einem echten Rennen kämpfst du ständig gegen andere Fahrer und musst andauernd Entscheidungen treffen, zum Beispiel ob du jetzt Energie verbrauchen solltest, ob du angreifen, verteidigen oder erst einmal die Position halten und abwarten solltest, wie sich das Rennen entwickelt. Es ist sehr schwierig und eine große Herausforderung, diese Balance perfekt zu treffen. Schließlich hat man es auch mit Gegnern zu tun, deren Strategie man nicht kennt. Das ist sehr schwierig. Allgemein ist das Format in der Formel E eine riesige Herausforderung. Alles findet an einem Tag statt, man hat nur sehr wenig Trainingszeit - alles ist anders und fordernd. Aber letztlich ist es Racing. Es ist ein Rennauto und ich würde sagen, dass ich mich gut angepasst habe. Natürlich muss ich noch viel lernen, aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Auch in der Meisterschaft war am Anfang alles neu und anders. Es wird erwartet, dass man direkt Leistung bringt, aber gleichzeitig muss man sich erst eingewöhnen. Ich bin zufrieden damit, wie schnell wir uns angepasst haben - als Team, aber auch ich persönlich. Die Formel E ist eine sehr interessante und innovative Serie, die in meinen Augen schon zu den größten gehört. Sie ist für mich der Weg in die Zukunft und ich bin super happy, dass ich dabei sein kann.
In welchen Bereichen möchtest Du Dich in der Saison 7 im Vergleich zu deinem Rookie-Jahr verbessern?
Es gibt nie nur einen Schlüssel zum Erfolg. Es sind immer viele verschiedene Aspekte, die zu einem Ergebnis führen. Ich denke, das Qualifying ist sehr wichtig und ich würde mich gerne in der Super Pole ein bisschen steigern. Wenn wir dann in den Rennen etwas weiter vorne starten, haben wir gute Chancen und ein starkes Paket, um ein gutes Ergebnis einzufahren. Aber wenn wir manchmal von etwas weiter hinten gestartet sind, fiel es uns im Rennen schwieriger. Unter diesen Bedingungen möchte ich mich ebenfalls verbessern, gerade mit Blick auf den cleveren Umgang mit der Energie und beim Überholen.
Worauf freust Du Dich in der Saison 7 am meisten?
Ich freue mich vor allem darauf, wieder auf typischen Formel-E-Strecken zu fahren. Hoffentlich sind auch der Rennkalender und das Umfeld wieder ein bisschen normaler als zum Ende der vergangenen Saison. Die Formel E hat beim Finale in Berlin fantastische Arbeit geleistet, um eine sichere Austragung für alle Beteiligten auf die Beine zu stellen, aber wir sind dort viele Rennen am gleichen Ort gefahren. Tatsächlich bin ich erst auf einem Drittel der Strecken gefahren, die normalerweise im Kalender gestanden hätten, und ich bin neugierig darauf, die anderen Strecken und Austragungsorte zu entdecken, welche die Formel E noch zu bieten hat.
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