Antrieb, Batterie und Ladekonzept des neuen EQS
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EQS 450+ Stromverbrauch NEFZ kombiniert: 18,9-16,2 kWh/100 km; CO₂-Emissionen: 0 g/km | EQS 580 4MATIC Stromverbrauch NEFZ kombiniert: 19,6-17,6 kWh/100 km; CO₂-Emissionen: 0 g/km
So weit reicht kein Kabel
Der neue EQS: der elektrische Antrieb1
Nonstop von München nach Berlin oder von Oslo nach Stockholm: Mit Reichweiten bis 780 Kilometer (nach WLTP) und einer Leistung von bis zu 385 kW wird der EQS den Ansprüchen an eine progressive Limousine im S-Klasse Segment auch in puncto Antrieb gerecht. Alle EQS besitzen einen elektrischen Antriebsstrang (eATS) an der Hinterachse, die Versionen mit 4MATIC zusätzlich auch einen eATS an der Vorderachse. Bei den 4MATIC Modellen sorgt die Funktion Torque Shift für eine intelligente, stufenlose Verteilung der Antriebsmomente zwischen der hinteren und der vorderen E-Maschine und damit den Einsatz des jeweils effizientesten eATS. Das modulare Antriebskonzept sorgt für hohe Gesamt-Leistung und große Reichweite.
Das modulare Antriebskonzept ermöglicht ein großes Spektrum an maximalen Gesamt-Antriebsleistungen von 245 bis 385 kW. Eine Performance-Version mit bis zu 560 kW ist in Planung. Abhängig von der Größe der Batterie und der Fahrzeugausstattung sowie -konfiguration sind WLTP-Reichweiten von bis zu 780 Kilometer möglich.
Die Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse sind permanenterregte Synchronmaschinen (PSM). Bei PSM ist der Rotor des Wechselstrommotors mit Permanentmagneten bestückt und muss daher nicht mit Strom versorgt werden. Die Magnete – und damit der Rotor – folgen dem umlaufenden Wechselstromfeld in den Wicklungen des Stators. Beim EQS verwendet Mercedes-Benz eine sogenannte Einzugswicklung für ein besonders starkes magnetisches Feld. Synchron heißt der Motor, weil sich der Rotor mit der Frequenz des Stator-Magnetfelds dreht. Die Frequenz wird in den Umrichtern der Leistungselektronik an die Geschwindigkeitsanforderungen des Fahrers angepasst. Zu den Vorteilen dieser Bauart gehören hohe Leistungsdichte, hoher Wirkungsgrad sowie hohe Leistungskonstanz. Die Maschine an der Hinterachse ist besonders leistungsstark durch Sechsphasigkeit: Sie besitzt zwei Wicklungen mit jeweils drei Phasen.
Kühlung: ausgeklügeltes Thermokonzept für hohe Belastbarkeit
Gleichbleibend hohe Performance und mehrfache Beschleunigungen ohne Leistungsabfall kennzeichnen die Antriebsphilosophie des EQS. Dazu gehört ein ausgeklügeltes Thermokonzept mit einigen Besonderheiten. Eine sogenannte Wasserlanze in der Welle des Rotors kühlt diesen von innen. Weitere Kühlelemente im Kühlkreislauf sind Rippen am Stator, eine nadelförmige Pin-Fin-Struktur am Inverter und ein Getriebeölkühler. Dieser bringt auch mehr Effizienz bei Kaltfahrt, weil der Wärmetauscher dann zum Erwärmen des Getriebeöls dient und somit die Reibung im Getriebe vermindert.
Intelligente Rekuperation: One-Pedal-Fahren bis zum Stillstand
Der EQS bietet mehrere Varianten der Energierückgewinnung mittels Rekuperation. Dabei wird die Hochvolt-Batterie geladen, indem im Schub- oder Bremsbetrieb die mechanische Drehbewegung in elektrische Energie gewandelt wird. Der Fahrer kann die Verzögerung in drei Stufen (D+, D, D-) sowie die Segelfunktion über Schaltwippen hinter dem Lenkrad manuell wählen. Hinzu kommt DAuto: Hier werden bis zu 5 m/s² Verzögerung erreicht, davon 3 m/s² durch Rekuperation (2 m/s² über die Radbremsen). Die Rekuperationsleistung der Versionen mit Allradantrieb beträgt bis zu 290 kW2, bei Fahrzeugen mit Hinterradantrieb ist die Traktion (und damit die Fahrstabilität) der begrenzende Faktor.
Der ECO Assistent bietet darüber hinaus eine situationsoptimierte Rekuperation – es wird so stark oder schwach verzögert, dass sich unter dem Strich die effizienteste Fahrweise ergibt. Möglichst rekuperativ verzögert wird auch auf erkannte vorausfahrende Fahrzeuge bis zu deren Stillstand, beispielsweise an einer Ampel. Der Fahrer braucht hierfür also nicht das Bremspedal zu betätigen – One-Pedal-Fahren pur.
4MATIC Modelle: stufenlose Verteilung der Antriebsmomente
Bei den Modellen mit 4MATIC verteilt die Funktion Torque Shift die Antriebsmomente zwischen Vorder- und Hinterachse intelligent und stufenlos. Sie sorgt damit für den Einsatz des jeweils effizientesten eATS, denn diese können unabhängig voneinander geregelt werden. Das benötigte Antriebsmoment an den Rädern wird 10.000 Mal pro Minute gecheckt und bei Bedarf gestellt: Die Reaktion ist somit viel schneller als dies bei einem mechanischen Allradantrieb je möglich wäre.
Umfangreiche Erprobung: spezielle Prüfstände bei Mercedes-Benz
Auf dem Weg zur Serienreife legte der EQS ca. fünf Millionen Testkilometer zurück, unter anderem im Prüf- und Technologiezentrum (PTZ) in Immendingen. Die systematische Gesamtfahrzeug-Validierung dient zur Absicherung der hohen Qualitäts-Standards und gehört zu den umfangreichen Maßnahmen im Entwicklungsprozess einer jeden Mercedes-Benz Baureihe. Stationen waren unter anderem harte Wintertests in Skandinavien, Fahrwerks- und Triebstrangtests auf Prüfgeländen, öffentlichen Straßen und auf der High-Speed Teststrecke in Nardò sowie die integrierte Gesamtfahrzeug-Hitzeerprobung in Südeuropa und Südafrika. Auch in China, Japan, Dubai und den USA war der EQS für Testfahrten unterwegs.
Dabei absolvierte er das gleiche anspruchsvolle Erprobungsprogramm wie jedes andere Fahrzeug, das stolz einen Stern tragen darf. Zusätzlich fanden noch etliche Tests speziell für Elektroautos statt, die wichtige Entwicklungsschwerpunkte wie Reichweite, Laden und Effizienz abdecken. Besonderes Augenmerk galt natürlich dem E‑Antrieb und der Batterie.
Hinzu kamen mehrere Millionen Testkilometer auf insgesamt mehr als zwei Dutzend Prüfständen in Stuttgart-Untertürkheim sowie am Entwicklungsstandort Nabern. Erprobt wird auf reinen eATS-Prüfständen, bei denen der Strom aus einer speziellen Gleichstromquelle, einer sogenannten Batteriesimulation, kommt, und auf eDrive-Prüfständen: Hier umfasst die Erprobung auch die Batterie und die kompletten Ladekomponenten des Fahrzeugs. Das Streckenprofil/Prüfstandprofil wurde gegenüber den Verbrennern modifiziert, zum Beispiel um die Momentbelastung der Getriebe in beiden Richtungen zu berücksichtigen – ein spezieller, von der hohen Rekuperationsleistung bestimmter Lastfall. Hinzu kommt die spezielle Heiß-/Kalterprobung der Leistungselektronik.
Die Flüsterklasse für die Ohren
Der neue EQS: der Geräusch- und Vibrationskomfort
Der EQS ist das vollelektrische Mitglied der S-Klasse Familie. Damit gelten für ihn höchste Ansprüche beim Geräuschkomfort. Schon das Lastenheft definierte daher einige Maßnahmen, darunter spezielle Akustikschäume in einigen Profilen des Rohbaus sowie die Kapselung der eATS vorne und hinten. Die Antriebseinheiten sind über Gummilager doppelt entkoppelt. Bei der Vorderachse wurde dies mit einem Tragrahmen realisiert, an der Hinterachse mit Hilfe eines Fahrschemels.
Schon die Konzeption der elektrischen Antriebsstränge (eATS) berücksichtigt den Geräusch- und Vibrationskomfort (NVH – Noise, Vibration, Harshness, deutsch: Geräusch, Vibrationen, Rauhigkeit). So sind die Magnete innerhalb der Rotoren NVH-optimiert angeordnet (sogenannter Blechschnitt). Dies verringert zugleich den Einsatz von Seltenen Erden. Auch die Form der Wicklung, die sogenannte Statorschrägung, unterstützt den Vibrationskomfort insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten. In Relation zu den im Rotor befindlichen Permanentmagneten sind die Wicklungen im Stator schräg angeordnet. Dort könnten sonst sogenannte Rastmomente auftreten. Diese würden zu feinen, aber unangenehmen Schwingungen bei sehr langsamer Fahrt führen.
Außerdem besitzen die eATS als NVH-Cover eine spezielle Schaummatte rundum. Der Deckel des Inverters ist in Sandwich-Bauweise aus drei Metall- und Kunststoffschichten ausgeführt. Die eATS sind über Elastomerlager doppelt von der Karosserie entkoppelt: An der Vorderachse gegenüber einem Tragrahmen und dieser gegen die Karosserie, an der Hinterachse mit einem Fahrschemel.
Hochwirksame Feder-/Masse-Bauteile sorgen für eine durchgängige Schalldämmung vom Querträger unter der Frontscheibe bis zum Boden des Kofferraums. Schon im Rohbau werden Akustikschäume in viele Träger eingebracht. Weil der vollflächige Hauptboden unter der Hochvolt-Batterie ein Bauteil mit einem potenziell hohen Geräuschanteil ist, kommt dort ein neues Isolierungsteil zum Einsatz. Ein in Folie eingeschweißter Schaum, umschlossen von der Dichtung des Batteriedeckels, wird zwischen Batterie und Boden geklemmt und verhindert Anregungen. Zudem ist der Hauptboden aus NVH-Gründen mit Sicken gestaltet. Diese verhindern eine Resonanz der Fläche und damit das Entstehen eines entsprechenden Körperschalls. Zwei Akustiktilger in der sehr großen Heckklappe verringern Wummergeräusche. Diese könnten durch Fahrbahnanregungen entstehen und werden vom großen Volumen der Fahrerkabine samt schottlosem Gepäckraum begünstigt.
Hinzu kommen die Maßnahmen der Aeroakustik, mehr dazu im speziellen Kapitel.
Leistungsstarke Zellchemie trifft auf intelligente Software
Der neue EQS: die Traktionsbatterie[3]
Modular, effizient und innovativ: Das Lithium-Ionen-Batteriesystem des EQS kann flexibel mit Pouch- oder Hardcasezellen bestückt werden. Diese Skalierbarkeit ermöglicht die Darstellung verschiedener Reichweiten- und Leistungsvarianten. So kann je nach Variante ausreichend Energie für Reichweiten von bis zu 780 Kilometer nach WLTP gespeichert werden. Die inhouse entwickelte, innovative Batterie-Management-Software ermöglicht Updates Over the Air (OTA). So bleibt das Energiemanagement des EQS über den Lifecycle aktuell.
Die Batterieentwicklung ist ein entscheidender Faktor in der Elektrifizierungsstrategie von Mercedes-Benz. Schließlich ist der Akku das Herz eines Elektroautos und trägt entscheidend unter anderem zur Reichweite und damit den Fahreigenschaften des Elektrofahrzeuges bei. Mit dem EQS startet eine neue Batteriegeneration mit deutlich höherer Energiedichte. Die neuen Batterien setzen Maßstäbe in puncto Performance, Effizienz und Ladeleistung.
Zudem erfüllen sie die hohen Mercedes Anforderungen bezüglich Sicherheit, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Mercedes-Benz stellt für seine Hochvolt-Batterien ein Batteriezertifikat und somit ein Leistungsversprechen gegenüber den Kunden aus: 10 Jahre Laufzeit oder eine Laufleistung von 250.000 Kilometern bei einer Restkapazität von 70 Prozent.
Umfassende Batterie-Kompetenz
Die hoch effizienten Batterien wurden von dem Expertenteam im Batterie-Kompetenzcenter von Mercedes-Benz vollständig selbst entwickelt. Auch die Software der intelligenten Steuerung wurde inhouse entwickelt und programmiert. Produziert werden die Batterien im Werksteil Hedelfingen am Standort Stuttgart-Untertürkheim.
Die Skalierbarkeit des Batteriesystems ermöglicht die Darstellung verschiedener Reichweiten- und Leistungsvarianten. Verfügbar sind unterschiedliche Batteriegrößen: Abhängig von Leistung und Antriebskonzept (Heckantrieb oder 4MATIC) ist ein Lithium-Ionen-Akku entweder mit 10 oder mit 12 Zellmodulen verbaut, die durch unterschiedliche Zelltypen in Form von Pouch- und Hardcasezellen dargestellt werden.
Bei beiden Batterie-Varianten wurde ein großer Schritt in puncto Nachhaltigkeit der Zellchemie erreicht: Das optimierte Aktivmaterial besteht im Verhältnis von 8:1:1 aus Nickel, Kobalt und Mangan. Dadurch reduziert sich der Kobalt-Anteil auf weniger als zehn Prozent. Die kontinuierliche Optimierung der Recyclingfähigkeit ist Teil der ganzheitlichen Batteriestrategie von Mercedes-Benz (Details hierzu siehe separates Kapitel zur Nachhaltigkeit). Ziel ist es, durch den Einsatz innovativer Post-Lithium-Ionen-Technologien ganz auf Materialen wie Kobalt verzichten zu können.
Intelligente Betriebsstrategie für maximale Reichweite
Die Batterie ist in das intelligente Thermomanagement des EQS eingebunden. Ist die intelligente Navigation mit Electric Intelligence aktiviert, wird die Batterie bei Bedarf während der Fahrt vorgewärmt oder gekühlt, um am Ladepunkt die optimale Temperatur für effizientes Laden zu erreichen. Erreicht wird das gewünschte Temperaturfeld der Batterie mit Hilfe des Kühlkreislaufs und eines dort integrierten PTC-Zuheizers (Positive Temperature Coefficient).
Komplexes Schutzkonzept für Sicherheit
Grundsätzlich legt die Mercedes-Benz AG bei allen Modellen sehr hohe Sicherheitsmaßstäbe an. Das bedeutet, dass die internen Mercedes-Benz Sicherheitsanforderungen in vielen Fällen über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Insbesondere die Crashanforderungen sind nach der so genannten Real-Life-Safety-Sicherheitsphilosophie ausgerichtet. Dabei fließen Erkenntnisse aus der internen Unfallforschung in die Entwicklungsvorgaben mit ein. Neben der Absicherung im Fahrzeugcrash werden an allen Mercedes-Benz Fahrzeugen zusätzliche Komponententests auf Systemebene durchgeführt.
Die Batterie sitzt in einem crashgeschützten Bereich im Unterboden, eingebettet in die Rohbaustruktur inklusive eines seitlichen Alu-Strangpressprofils. Beim Strangpressen wird ein erwärmter Metallblock durch Düsen gedrückt und in ein endloses Profil verwandelt, das dann passend abgeschnitten wird. So können hochkomplexe und exakt auf die Anforderungen zugeschnittene Profile hergestellt werden. Das Gehäuse mit energieaufnehmenden Strukturen vorne und an der Seite sowie einer steifen, doppelwandigen Bodenplatte schützt die Module zusätzlich. Zu den Prüfkriterien zählt unter anderem das Batterieverhalten bei Stoßbelastung und beim Eindringen von Fremdkörpern. Simuliert und getestet wurden ferner Überhitzung und Überladung. Hinzu kommt ein eigenes, mehrstufiges Sicherheitssystem für den Alltagsbetrieb. Dazu gehören z.B. Temperatur-, Spannungs- oder Isolierungssüberwachungen als kontinuierlich überwachendes Sicherheitssystem. Tritt ein Fehler auf, wird die Batterie abgeschaltet.
Produktion: Batteriesysteme aus Hedelfingen
Die Batterien für die Mercedes-EQ Elektrofahrzeuge liefert der globale Batterie-Produktionsverbund mit Fabriken auf drei Kontinenten. Die lokale Batteriefertigung ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die Elektro-Offensive von Mercedes-Benz.
Die Batteriesysteme für den EQS werden im Werksteil Hedelfingen am Standort Stuttgart-Untertürkheim produziert. Bei ihrer Herstellung ist absolute Präzision gefragt. Die Batteriesysteme bestehen aus einer Vielzahl von Komponenten, darunter bis zu 12 Zellmodule und das sogenannte EE-Compartment zur intelligenten Integration der Leistungselektronik. Dieses wird am Mercedes-Benz Standort Berlin montiert.
Das Mercedes-Benz Werk Hedelfingen wird ab 2022 CO₂-neutral produzieren. Das Werk Hedelfingen ist ein Paradebeispiel für die Transformation der Produktionsstandorte im Rahmen der Mercedes-Benz Electric First Strategie. Die effiziente und nahtlose Integration der Batterieproduktion neben der bestehenden Getriebeproduktion wandelt die traditionelle Rolle Hedelfingens als Standort für konventionelle Antriebskomponenten zu einem wichtigen Teil des globalen Batterie-Produktionsverbunds des Unternehmens.
Die Lieferanten der Batteriezellen haben sich verpflichtet, bei der Produktion der Batteriezellen auf Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wasserkraft, Wind- und Solarenergie zu setzen. Das Lieferantennetzwerk leistet einen beachtlichen Teil der Wertschöpfung und ist somit von entscheidender Bedeutung für die Dekarbonisierungsziele. Bereits jetzt hat rund die Hälfte aller Lieferanten eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Denn aufgrund des höheren Energiebedarfs bei der Herstellung von vollelektrischen Fahrzeugen ist das Lieferantennetzwerk ein entscheidender Baustein für das Erreichen der Klimaziele von Mercedes-Benz.
Mit grünem Strom den CO₂-Fußabdruck weiter reduzieren
Der neue EQS: Mercedes me Charge
Mit Mercedes me Charge laden Kunden seit 2021 an jeder öffentlichen Ladestation in ganz Europa immer grün. Hochwertige Herkunftsnachweise gewährleisten, dass so viel grüner Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz eingespeist wird, wie über Mercedes me Charge entnommen wird. In den ersten drei Jahren nach dem Kauf eines EQS fällt für Mercedes me Charge und somit Green Charging für Kunden keine Grundgebühr an. Ein weiterer Vorteil ist IONITY Unlimited: Alle europäischen EQS Kunden können über Mercedes me Charge das IONITY Schnellladenetz ein Jahr lang gratis nutzen. Mit der neuen Funktion Plug & Charge lässt sich der EQS zudem besonders bequem laden.
Mercedes me Charge ist das derzeit größte Ladenetzwerk weltweit: Aktuell verfügt es über mehr als 500.000 AC- und DC-Ladepunkte in 31 Ländern, davon über 200.000 in Europa. An ausgewählten Ladestationen wie z.B. dem Schnellladenetz von IONITY wird bereits bisher ausschließlich Ökostrom angeboten. Diese Möglichkeit, den CO₂-Fußabdruck weiter zu verkleinern, weitet Mercedes me Charge jetzt deutlich aus: Mit Mercedes me Charge laden seit 2021 Kunden an jeder öffentlichen Ladestation in ganz Europa immer grün. Außerdem wird die Funktionalität von Mercedes me Charge in MBUX um Funktionen wie die Filterung und die Prognose der Verfügbarkeit von Ladestationen erweitert.
So funktioniert Green Charging: Um die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien zu fördern, verwendet Mercedes-Benz Herkunftsnachweise zur Vergrünung des Ladevorgangs, deren Qualität durch ein Ökostromlabel definiert wird. Das stellt sicher, dass für das Laden von Elektrofahrzeugen eine äquivalente Strommenge aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz eingespeist wird. Geladene Energiemengen werden also nach dem eigentlichen Ladevorgang durch Grünstrom ausgeglichen und darüber hinaus Anreize zur Investition in erneuerbare Energieanlagen geschaffen. In den ersten drei Jahren nach dem Kauf eines EQS fällt für Mercedes me Charge und somit Green Charging für Kunden keine Grundgebühr an. Die Preise des Ladebetreibers können variieren. Erlebbar sind das grüne Laden und Fahren über MBUX.
Plug & Charge – einfacheres und komfortableres Laden
Mit der neuen Mercedes me Charge Funktion Plug & Charge lässt sich der EQS an Plug & Charge-fähigen öffentlichen Ladesäulen noch bequemer laden: Mit dem Einstecken des Ladekabels startet der Ladevorgang sofort, es ist keine weitere Authentifizierung durch den Kunden notwendig. Die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladestation erfolgt direkt über das Ladekabel.
Wie bisher profitieren Mercedes me Charge Kunden auch hier von der integrierten Bezahlfunktion mit automatischem Bezahlvorgang. Der Kunde hinterlegt einmalig seine Zahlungsmethode. Jeder Ladevorgang wird dann automatisch abgebucht – auch im Ausland. Die einzelnen Ladevorgänge werden monatlich in einer übersichtlichen Rechnung zusammengestellt.
Ob eine Ladestation Plug & Charge-fähig ist, kann über die Anzeige der Ladestationsdetails auf der Headunit des EQS sowie der Mercedes me App eingesehen werden. Ferner kann gezielt nach entsprechenden Ladestationen gesucht werden. Zunächst wird diese komfortable Authentifizierungsmethode an den europaweiten Schnellladestationen von IONITY sein. Plug & Charge ist der vierte Zugang zum Laden nach der Freigabe per MBUX auf dem Media-Display des Fahrzeugs, der Mercedes me App und der Mercedes me Charge Ladekarte.
IONITY Unlimited: kostenfreies Schnellladen
Völlig kostenfrei im ersten Jahr ist für europäische EQS Kunden zudem das Laden beim Schnellladenetz IONITY in Verbindung mit Mercedes me Charge. Nach Ablauf dieser Zeit können sie, wie heute beim EQC (EQC 400 4MATIC: Stromverbrauch kombiniert 21,5-20,1 kWh/100 km, CO₂-Emissionen kombiniert 0 g/km)4, den Dienst „IONITY: vergünstigtes Schnellladen“ im Mercedes me Shop erwerben. Damit sichern sie sich einen vergünstigten Tarif in Höhe von 0,29 €/KWh (länderspezifisch). IONITY Unlimited und IONITY vergünstigtes Schnellladen sind für alle Märkte verfügbar, in denen es IONITY Ladestationen gibt.
Mercedes me App: einfache Bedienung auf Smartphone und Tablet
Die Mercedes me App bietet seit der letzten Überarbeitung viele verbesserte und neue Funktionen. Dazu gehört die Filter-Möglichkeit, die eine Sortierung der Ladepunkte nach Kriterien wie Verfügbarkeit oder Ladeleistung ermöglicht. Wie stark die jeweilige Ladestation im Tagesverlauf voraussichtlich ausgelastet ist, wird jetzt ebenfalls auf Basis einer Wahrscheinlichkeitsberechnung ermittelt und angezeigt.
Immer Anschluss finden
Der neue EQS: die Ladefunktionen
Im EQS werden drei Ladeprogramme angeboten – Standard, Home und Work. In diesen lassen sich Parameter wie Abfahrtszeit, Klimatisierung und maximaler Ladezustand voreinstellen. Die Ladeprogramme Home & Work können standortbasiert aktiviert werden. Das heißt, sie werden automatisch eingeschaltet, sobald das Fahrzeug an den im System hinterlegten Positionen an einen Ladepunkt abgestellt wird. Der Nutzer wird darüber in MBUX informiert.
Der EQS besitzt darüber hinaus diese intelligenten Ladefunktionen:
- ECO Charging ist ein Schonprogramm für die Batterie. Verschiedene Maßnahmen verringern hier die Batteriebelastung beim Laden und verlangsamen den natürlichen Alterungsprozess der Batterie. Beispielsweise wird die maximale Ladeleistung reduziert, ein Ladelimit von 80 Prozent eingehalten und verzögert geladen basierend auf der eingestellten Abfahrtszeit.
- Bei der Funktion Ladeunterbrechungen kann der Kunde Zeitspannen vorgeben, in denen die AC-Ladevorgänge pausieren. So lassen sich zum Beispiel Stromkosten sparen.
- In Japan wird mit dem EQS auch bidirektionales Laden möglich sein, also Laden in beide Richtungen. Der dortige Ladestandard CHAdeMO („Charge de Move“, deutsch: Bewegung durch Ladung) unterstützt bidirektionales Laden. Das ist die Voraussetzung für Anwendungen wie V2G („Vehicle-to-Grid“, deutsch: vom Fahrzeug ins Netz) und V2H („Vehicle-to-Home“, deutsch: vom Fahrzeug ins Haus). Somit kann der EQS beispielsweise als Zwischenspeicher für Strom aus der heimischen Photovoltaik-Anlage dienen oder beim Ausfall des öffentlichen Stromnetzes den Haushalt mit Energie versorgen.
Die Ladekomponenten des EQS
Über der Hinterachse des EQS sitzt ein Ladesystem der neuesten Generation. Mit ihm lässt sich die Batterie über das öffentliche Stromnetz ein- oder dreiphasig mit Wechselstrom und einer Ladeleistung von optional bis zu 22 kW laden. Zusätzlich stehen dem Kunden in den einzelnen Märkten intelligente Wallboxen nationaler Partner zur Verfügung. Mercedes-Benz bietet zudem einen Installationsservice für diese Wallboxen an. Dieser beinhaltet einen Vorab-Check zu den Installationsbedingungen, eine ausführliche Beratung und natürlich die Installation.
Für das (Schnell-)Laden mit Gleichstrom ist ein DC-Schnellladesystem mit einer Ladeleistung von bis zu 200 kW an Bord. Durch Temperatur- und Lademanagement können hohe Ladeströme lange gehalten werden. Schon nach 15 Minuten ist Strom für bis zu weitere 300 Kilometer (WLTP) nachgeladen5.
Die konkrete Ladezeit hängt von der Batteriegröße, der verfügbaren Infrastruktur und der länderspezifischen Fahrzeugausstattung ab. Die Ladedose sitzt hinten rechts am Fahrzeug und ist entsprechend den Marktanforderungen ausgeführt:
- Europa und USA erhalten das CCS-System (Combined Charging System), bei dem das Laden mit Gleich- und Wechselstrom über den gleichen Anschluss möglich ist.
- Die für China vorgesehenen Fahrzeuge (Steckernormung GB/T) bekommen dagegen ebenso eine separate Ladedose für das Gleichstromladen wie Japan (CHAdeMO-Standard). Hierbei wird eine Twin-Ladedose genutzt; sie vereint die separaten AC- und DC-Ladedosen unter einer Ladeklappe.
Mit der neuen Funktion Plug & Charge können Kunden von Mercedes me Charge den EQS besonders bequem laden (Details siehe Kapitel zu Mercedes me Charge).
Mercedes me Eco Coach: Der Personal Trainer fürs umweltschonende Fahren
Der Eco Coach unterstützt auf Basis von Echtdaten die Nutzung und Optimierung des Fahrzeugs, indem bezogen auf individuelle Fahr-, Lade- und Parkaktivitäten hilfreiche Tipps und Erklärungen zur nachhaltigen und ressourcenschonenden Nutzung bereitgestellt werden. Dieser Einsatz wird durch Punkte belohnt, welche zu einem späteren Zeitpunkt gegen attraktive Prämien eingelöst werden können. Zusätzlich können spannende Herausforderungen absolviert werden, um den Punktestand weiter zu erhöhen. Erstmals ist der Eco Coach im EQS in die Headunit integriert.
Weil der kürzeste Weg nicht immer der schnellste ist
Der neue EQS: die Navigation mit Electric Intelligence
Bei der Navigation mit Electric Intelligence ist der Name Programm. Denn sie plant auf Basis zahlreicher Faktoren die schnellste und komfortabelste Route inklusive Ladestopps und reagiert dynamisch beispielsweise auf Staus oder eine Änderung der Fahrweise. Mit dem EQS wird die Navigation mit Electric Intelligence noch cleverer als bisher: So werden die voraussichtlichen Ladekosten für einen Ladestopp berechnet. Der Kunde hat ferner die Möglichkeit, die geplante Route individuell zu bearbeiten, indem er präferierte Ladestationen entlang der Route hinzufügt oder vorgeschlagene Ladestationen ausschließt.
Während ein klassischer Reichweitenrechner von der Vergangenheit lebt, blickt die Navigation mit Electric Intelligence in die Zukunft. Für die Berechnung der Route wird der Energiebedarf kalkuliert. Dabei werden Topografie, Streckenverlauf, Umgebungstemperatur, Geschwindigkeit, Heiz- und Kühlbedarf berücksichtigt. Weitere Faktoren sind die Verkehrssituation auf der geplanten Strecke sowie die dort verfügbaren Ladestationen, ihre Ladeleistung und die Bezahlfunktionen. Die Berechnung findet in der Cloud statt und wird mit Onboard-Daten kombiniert.
Der Kunde muss nicht bei jedem Ladestopp zwingend vollladen, sondern erhält an der Ladestation eine konkrete Empfehlung der optimalen Ladezeit. Die Ladestationen werden so eingeplant, wie es am günstigsten in Bezug auf die Gesamtreisezeit ist: Denn unter Umständen können zwei kurze Ladestopps mit höherer Ladeleistung vorteilhafter sein als einmal lange zu laden. Darüber hinaus werden die Ladeeinstellungen des Fahrzeugs durch die Navigation mit Electric Intelligence automatisch angepasst und für das Schnellladen entlang der Route optimiert.
Neu beim EQS ist eine Visualisierung in MBUX, ob die vorhandene Batteriekapazität ausreicht, um ohne Laden zum Startpunkt zurückzukehren. Manuell hinzugefügte Ladestationen entlang der Route werden bei der Routenberechnung präferiert. Vorgeschlagene Ladestationen können ausgeschlossen werden. Die voraussichtlichen Ladekosten pro Ladestopp werden berechnet.
Besteht das Risiko, das Ziel oder die Ladesäule mit den gesetzten Einstellungen nicht zu erreichen, gibt die Aktive Reichweiten-Überwachung den Hinweis, ECO-Fahrfunktionen zu aktivieren. Zudem wird die Fahrgeschwindigkeit errechnet und im Tacho dargestellt, mit der die nächste Ladestation oder das Ziel wie geplant erreichbar ist. Unter dem Menüpunkt „Reichweite“ kann der EQS Fahrer zur Erhöhung der Reichweite verschiedene Energieverbraucher ausschalten und die ECO-Fahrfunktionen zur Unterstützung einer effizienteren Fahrweise aktivieren.
Die Mercedes me App wurde umfassend überarbeitet – Details zu Mercedes me Charge im separaten Kapitel.
Neue Funktionen nach dem Neuwagenkauf aktivieren
Der neue EQS: Over-the-Air-Updates (OTA)
Als erster Mercedes-Benz bietet der EQS die Möglichkeit, komplett neue Fahrzeugfunktionen per Over-the-Air-Updates (OTA) in einer Reihe von Funktionsbereichen zu aktivieren. Das Angebot zum Start: zwei spezielle Fahrprogramme für junge Fahrer und Servicepersonal, kleine Spiele und das Demo-Programm „Das Beste oder nichts“. So lässt sich nach dem Kauf und der ursprünglichen Neuwagen-Konfiguration manche Ausstattung des EQS entsprechend den persönlichen Wünschen anpassen. Dazu gehört bei den ab Anfang 2022 produzierten Fahrzeugen auch die Freischaltung der Hinterachslenkung mit 10° Lenkwinkel. Die OTA-Funktionen sind im Mercedes me Store erhältlich, das Angebot wird sukzessive erweitert. Neben einem klassischen Kauf einzelner Funktionen sind auch Abonnements, temporäre Aktivierungen und kostenlose Testphasen geplant.
Updates über Nacht und am nächsten Morgen neue Funktionen wie beim Computer – die OTA-Technologie beim EQS macht es möglich. Voraussetzung für OTA-Updates ist immer die explizite Zustimmung des Nutzers. Mercedes-Benz setzt wegen des hohen Sicherheitsstandards auf Mobilfunktechnik und das im Fahrzeug verbaute Kommunikationsmodul.
Nachfolgend das OTA-Angebot zum Start des EQS:
Im Mercedes me Store ist das Individualisierungs-Paket mit der zusätzlichen Sound Experience „Roaring Pulse“, mehreren Minigames sowie weiteren DIGITAL LIGHT Projektionen für Öffnen und Schließen erhältlich. „Roaring Pulse“ erinnert an kraftvolle Elemente wie großvolumige Verbrennungsmotoren, Turbinen und Naturgewalten. Bei den kurzweiligen Spielen wie Tetris, Sudoku, Pairs und Shuffle Puck lässt sich auf dem Beifahrer-Display oder den Bildschirmen im Fond im Multiplayer-Mode sogar miteinander zocken.
Ebenfalls per OTA aktivieren lässt sich der Highlight-Mode. Hier stellt sich der EQS selbst vor, aktivierbar per Sprachassistent „Hey Mercedes“. Die verschiedenen Fahrzeugfunktionen werden in einem Video gezeigt, wobei besondere Features wie Ambientebeleuchtung oder Sitzmassage unmittelbar erlebbar sind.
Mit zwei digitalen Sicherheitsfunktionen lässt sich die Nutzung des EQS speziellen Zielgruppen anpassen. In beiden Modi wird nicht einfach nur die Höchstgeschwindigkeit begrenzt, sondern auch das Beschleunigungsvermögen reduziert:
- Beim Fahranfängermodus ist die Fahrcharakteristik bewusst sanfter. Für Überholvorgänge stehen dennoch genügend Leistungsreserven zur Verfügung. Das Fahrprogramm C ist automatisch aktiviert, das Fahrprogramm Sport gesperrt. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf ca. 120 km/h eingeschränkt, ESP-OFF kann nicht aktiviert werden.
- Der Parkdienstmodus ist für die Nutzung von Servicekräften wie beispielsweise Hotelpersonal gedacht. Die Charakteristik ähnelt dem Fahranfängermodus. Maximal sind ca. 80 km/h möglich und die persönlichen Profildaten werden vor unbefugtem Zugriff geschützt.
Der Hauptnutzer aktiviert und deaktiviert diese Programme über sein persönliches Profil, das mit einer PIN und/oder biometrischer Erkennung geschützt ist oder bequem über die Mercedes me App vom Smartphone. Die Modi lassen sich nur mit einem Neustart aktivieren.
1Der Stromverbrauch (und darauf basierende Angaben) wurden auf Grundlage der VO 692/2008/EG nach NEFZ und der VO 2017/1151/EU nach WLTP ermittelt
2Dieser Wert bezieht sich auf die elektrische Leistung, die aufgrund der Rekuperation in die elektrische Batterie gespeist wird. Abweichungen sind möglich
3Der Stromverbrauch (und darauf basierende Angaben) wurden auf Grundlage der VO 692/2008/EG nach NEFZ und der VO 2017/1151/EU nach WLTP ermittelt
4Der Stromverbrauch wurde auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Der Stromverbrauch ist abhängig von der Fahrzeugkonfiguration.
5Ladegeschwindigkeit an DC-Schnelladesäulen mit 500 Ampere. Der Stromverbrauch (und darauf basierende Angaben) wurden auf Grundlage der VO 692/2008/EG nach NEFZ und der VO 2017/1151/EU nach WLTP ermittelt
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