Die Technik der neuen S-Klasse
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Die neue Mercedes-Benz S-Klasse: Das Fahrwerk
Leicht und komfortabel fahren
Innovative Fahrwerksysteme sorgen in der neuen S-Klasse für ein beeindruckendes Fahrerlebnis. Die Hinterachslenkung mit einem Lenkwinkel von bis zu 10° an der Hinterachse steigert die Handlichkeit in der Stadt. Das optionale vollaktive Fahrwerk E-ACTIVE BODY CONTROL auf 48-V-Basis bietet eine einzigartige Synthese aus Komfort und Agilität und darüber hinaus noch zusätzlichen Schutz bei einem Seitencrash. Serienmäßig ist die Luftfederung AIRMATIC mit kontinuierlicher Verstelldämpfung ADS+. Eine enge Vernetzung aller Fahrwerk- und Regelsysteme bringt ein Höchstmaß an Stabilität und Sicherheit. Für das hochautomatisierte Fahren nach SAE-Level 3 sind redundante Lenk- und Bremssysteme vorbereitet.
Anspruch der Entwickler war es, das hohe Niveau des Federungs- und Abrollkomforts der Vorgängerbaureihe zu übertreffen und ein sehr hohes Maß an Fahrdynamik zu erreichen. E-ACTIVE BODY CONTROL (siehe separates Kapitel) ersetzt das bisherige MAGIC BODY CONTROL.
An der Vorderachse besitzt die neue S-Klasse die bewährte Vierlenker-Achse. Alle radführenden Bauteile mit Ausnahme der Radlagerung sind Aluminiumschmiedeteile. Die Raumlenker-Hinterachse wurde zur Integration der Hinterachslenkung komplett neu entwickelt. Dazu wurden Kinematik und Elastokinematik angepasst und die Spurstange wurde in der unteren Lenkerebene von vorne nach hinten gelegt. Der Hinterachsträger besteht aus verschweißten Aluminiumblechen und wiegt dank rechnergestützter Strukturoptimierung trotz gestiegenem Kraftniveau nicht mehr als bisher. In dieses nach vorne offene Profil wird eine neu entwickelte Metall-Kunststoff-Hybrid-Querbrücke eingeschraubt, die gegenüber der Aluguss-Querbrücke des Vorgängers deutliche Gewichtsvorteile bietet. Die Fahrschemellager sowie die Elastomerlager der Hinterachsstreben wurden in umfangreichen Simulationen und Fahrerprobungen neu entwickelt, um sie hinsichtlich NVH- und Fahreigenschaften weiter zu verbessern.
Das Niveau wird stets gehalten
Die serienmäßige Luftfederung AIRMATIC spricht besonders feinfühlig an. Sie verbindet Luftfederbälge und adaptive ADS+-Dämpfer, deren Kennung vollautomatisch geregelt an jedem Rad individuell veränderlich ist, und zwar in Zug- und Druckstufe getrennt. Eine ausgeklügelte Sensorik und Algorithmik stellen die Dämpfer entsprechend der Fahrbahnbeschaffenheit so ein, dass beispielsweise das Überfahren einer Unebenheit mit nur einem Rad sich nicht auf die ganze Achse und den Fahrgastraum überträgt. Feder und Dämpfer sind an Vorder- und Hinterachse in einem Federbein zusammengefasst. Die Niveauregulierung ist Bestandteil der AIRMATIC. Sie hält die Bodenfreiheit unabhängig von der Beladung des Wagens konstant, nimmt aber bei Bedarf auch Änderungen vor. So wird die Karosserie im Programm COMFORT bei hohen Geschwindigkeiten über 120 km/h um 10 mm und über 160 km/h um weitere 10 mm abgesenkt, um den Luftwiderstand zu verringern und die Fahrstabilität zu erhöhen. Im Fahrprogramm SPORT liegt die Karosserie grundsätzlich 10 mm tiefer, in SPORT+ 17 mm. Bis 60 km/h kann die Karosserie durch Tastendruck um 30 mm angehoben werden.
Handlich wie ein Kleinwagen: Beide Achsen können lenken
Ziel der Ingenieure von Mercedes-Benz war es, die neue S-Klasse so handlich wie einen Kompaktwagen zu machen. Realisiert wurde diese beeindruckende Fahrfunktion über eine Hinterachslenkung, die große Lenkwinkel bis 10° zulässt und in die Fahrdynamikregelung von Lenkung, Bremse und Federung integriert ist (mehr zur Hinterachslenkung im nächsten Kapitel). Vorne besitzt die S-Klasse eine elektromechanische Direktlenkung. Dabei ermöglichen die Fahrwerkseinstellungen der DYNAMIC SELECT Fahrprogramme eine individuelle Anpassung der Unterstützungscharakteristik. Ein neuartiges Regelungskonzept sorgt unabhängig von Fahrzeuggewicht, Reifengröße und Reibwert für ein gleichbleibendes und komfortables Lenkgefühl. Die Lenkung ist darüber hinaus das zentrale Stellelement für die Umsetzung der Bewegungstrajektorie aus einer Vielzahl von Fahrassistenzfunktionen und Fahrsicherheitssystemen. In Fahrzeugen mit der Sonderausstattung Hinterachslenkung kommt an der Vorderachse eine Lenkungsvariante mit einer um circa 15 % direkteren Lenkübersetzung zum Einsatz, die im Zusammenspiel mit der Hinterachslenkung einen deutlich geringeren Lenkbedarf erfordert.
DYNAMIC SELECT: Die S-Klasse fährt, wie es sich der Fahrer wünscht
Der Fahrer kann die Eigenschaften des Antriebs, des ESP®, des Fahrwerks und der Lenkung individuell verändern. Die Wahl erfolgt über ein Bedienelement am unteren Ende des Zentral-Displays. Grundeinstellung ist das Fahrprogramm COMFORT. Jedem System sind verschiedene Eigenschaften fest zugeordnet. Der Fahrer hat die Wahl, vorgegebene Fahrprogramme auszuwählen oder einzelne Unterprogramme individuell zusammenzustellen. Nach der Auswahl gibt es eine akustische und optische Bedienrückmeldung. Das gewählte Fahrprogramm wird als Status angezeigt und auf dem Zentral-Display inszeniert.
Die einzelnen Programme:
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Programm |
Charakter |
|
ECO |
besonders verbrauchsoptimiertes Fahren |
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COMFORT |
komfortabel und verbrauchsoptimiertes Fahren |
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SPORT |
sportliches Fahren |
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SPORT+ |
besonders sportliches Fahren |
|
INDIVIDUAL |
individuelle Einstellungen |
In Kombination mit E-ACTIVE BODY CONTROL steht außerdem das Programm CURVE zur Verfügung. Modelle mit Plug-in-Hybrid erhalten die Fahrprogramme BATTERY LEVEL und ELECTRIC.
Elektronische Unterstützung: ESP®-Kurvendynamik-Assistent und Lenk-Assistent
Der Lenk-Assistent STEER CONTROL reagiert in fahrdynamischen Grenzbereichen mit angepasster Lenkkraft, um den Fahrer bei der Stabilisierung seines Fahrzeugs zu unterstützen. Dazu ermittelt die Elektronik, in welche Richtung der Fahrer lenken muss, um eine mögliche kritische Situation zu entschärfen, und sorgt für ein entsprechendes Lenkradmoment als Hinweis, in welche Richtung er lenken soll, um sein Fahrzeug stabilisieren zu können. Der ESP®-Kurvendynamik-Assistent bremst beispielsweise das kurveninnere Hinterrad ab, sollte die Elektronik ein Untersteuern des Fahrzeugs erkennen. So können hohe Fahrsicherheit und hohe Fahrdynamik erreicht werden.
In Kombination mit DRIVE PILOT: Lenkung für hochautomatisiertes Fahren
Voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2021 wird die S-Klasse zunächst in Deutschland mit dem neuen DRIVE PILOT bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten hochautomatisiert bis 60 km/h fahren können. Teil der Technik dafür ist eine ausfallsichere Lenkung, die die relevanten Stell- und Lenkbefehle vom intelligenten Spurführungssystem mit höchster Genauigkeit und Präzision umsetzt.
Eingebettet in eine zweikanalige Architektur stützt sich diese Lenkung auf eine mehrfach abgesicherte Energieversorgung und kommuniziert über unabhängige Bussysteme mit den beteiligten Fahrzeugkomponenten. Vorder- und Hinterachse erhalten die doppelte Anzahl von Drehzahlsensoren.
Alle wesentlichen elektronischen und elektromechanischen Bauelemente, Baugruppen und Sensoren sind redundant ausgeführt. Sollte ein Kanal ausfallen, übernimmt das redundante Bauteil die Funktion. Der Elektromotor ist aus vier Teilmotoren aufgebaut, sodass jederzeit mindestens 50 % der Maximalleistung zur Verfügung stehen. So wird sichergestellt, dass beim hochautomatisierten Fahren der gewünschte Fahrpfad in jeder Situation von der Vorderachslenkung eingeregelt werden kann.
Für Modelle mit Zusatzausstattungen zum hochautomatisierten Fahren oder beispielsweise den Sonderausstattungen Remote Park-Assistent oder INTELLIGENT PARK PILOT wird ein elektrischer Bremskraftverstärker verwendet. Um den Bremswunsch des Fahrers zu verstärken, wird hier kein Unterdruck, sondern ein Elektromotor mit Untersetzungsgetriebe genutzt. Bei hochautomatisierten Fahr- oder Parkmanövern dient der elektrische Bremskraftverstärker als redundanter Druckerzeuger für das Bremssystem und kann das Fahrzeug auch bei Ausfall der Hydraulikeinheit sicher zum Stehen bringen.
Die neue Mercedes-Benz S-Klasse: Unter der Lupe: die Hinterachslenkung
Handlicher und dynamischer dank mitlenkender Hinterräder
Dank Hinterachslenkung (Sonderausstattung) fühlt sich die neue S-Klasse in der Stadt so handlich wie ein Kompaktwagen an. Der Lenkwinkel an der Hinterachse beträgt bis zu zehn Grad. Der Wendekreis der S-Klasse verringert sich mit Hinterachslenkung um bis zu zwei Meter.
Das Zusammenspiel zwischen Vorderachs- und Hinterachslenkung wurde so ausgelegt, dass im Stadt- und Landstraßenbereich ein agiles Ansprechen mit geringem Lenkaufwand erzielt wird, gleichzeitig aber auch eine sehr hohe Stabilität. Diese drückt sich beispielsweise in geringen Schwimmwinkeln und hoher Gierdämpfung aus. Bei Hochgeschwindigkeit wird der Fokus verstärkt auf Stabilität gelegt, ohne dabei Einbußen an Präzision und Ansprechverhalten in Kauf zu nehmen. Dieser Mehrwert wird durch die integrierte Ansteuerung von Lenkung und Bremse (ESP®) erzielt und steigert dadurch die Fahrsicherheit deutlich.
Kunden haben bei der optionalen Hinterachslenkung die Wahl zwischen zwei Varianten: Hinterachslenkung 4,5° und 10°. Bei der Variante 10° ist die Radgröße auf maximal 255/40 R 20 beschränkt, was einen größeren Radeinschlag ermöglicht. Hier die weiteren Unterschiede:
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|
Ohne Hinterachslenkung |
Mit Hinterachslenkung |
||
|
Max. Lenkwinkel an der Hinterachse (°) |
0 |
4,5 |
10 |
|
|
Wendekreis (m) |
Heckantrieb |
12,2 |
11,4 |
10,5 |
|
4MATIC |
12,5 |
11,6 |
10,7 |
|
|
Wendekreis (m) |
Heckantrieb |
12,5 |
11,7 |
10,8 |
|
4MATIC |
12,8 |
11,9 |
10,9 |
|
S-Klasse Modelle mit Hinterachslenkung besitzen an der Vorderachse eine um circa 15 Prozent direktere Lenkübersetzung. Dadurch muss der Fahrer das Lenkrad wesentlich weniger stark einschlagen. Im Zentral-Display werden im Fahrprogramm-Menü der jeweilige Winkel an der Hinterachse und die Trajektorien eingeblendet.
Die Funktionsweise der Hinterachslenkung im Detail: Ein Elektromotor treibt über einen Riemen eine Spindelmutter an der Hinterachse an. Dadurch wird die Spindel axial verstellt. Abhängig von der Geschwindigkeit und vom Lenkradwinkel werden die Hinterräder in die gleiche Richtung oder in die entgegengesetzte Richtung wie die Vorderräder eingeschlagen (=gleich- oder gegensinnig). Vereinfacht dargestellt, ergeben sich mehr Agilität und ein kleinerer Wendekreis durch gegensinniges Lenken und mehr Stabilität durch gleichsinniges Lenken. In der S-Klasse kommt der volle Lenkwinkel von zehn Grad besonders bei Parkmanövern zum Einsatz. Die Umgebungsdaten der Fahrzeugsensoren (Radar, Kamera, Ultraschall) werden genutzt, um den maximalen Lenkausschlag an die jeweilige Situation anzupassen. Bei mehr als 60 km/h wird von gegen- auf gleichsinniges Lenken umgestellt.
Die neue Mercedes-Benz S-Klasse: Unter der Lupe: E-ACTIVE BODY CONTROL
Nur Schweben ist besser
Noch mehr Fahrkomfort und Agilität sowie innovative Funktionen wie ein Anheben der Karosserie beim Seitencrash bietet das neu entwickelte Aktive Fahrwerk E-ACTIVE BODY CONTROL, das mit der serienmäßigen Luftfederung AIRMATIC kombiniert ist. Es kann die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad individuell regeln und wirkt so nicht nur Wank-, sondern auch Nick- und Hubbewegungen entgegen. E‑ACTIVE BODY CONTROL ermöglicht zusammen mit ROAD SURFACE SCAN und der Kurvenneigefunktion CURVE ein außergewöhnliches Komfort-Niveau und unterstreicht so den Anspruch von Mercedes-Benz, das intelligenteste Fahrwerk der Welt zu bauen.
Aktive Fahrwerke haben bei Mercedes-Benz eine lange Tradition. Bereits vor über 40 Jahren wurde an Federungs- und Dämpfungssystemen geforscht, bei denen die Kraft an jedem Rad individuell geregelt werden konnte. Das Ziel: Eine Verbesserung von sowohl Fahrkomfort als auch Fahrdynamik. 1999 erfolgte der erste Serieneinsatz als ABC (Active Body Control) im damaligen S-Klasse Coupé. ABC wurde in den Folgejahren kontinuierlich weiterentwickelt und mit der Funktion ROAD SURFACE SCAN im Jahr 2013 zum ersten vorausschauenden Fahrwerk, welches auf Bodenwellen bereits reagiert, bevor diese überfahren werden.
E-ACTIVE BODY CONTROL setzt diese Tradition auf einzigartige Weise fort. Von Mercedes-Benz entwickelt, arbeitet es mit 48 Volt Spannung und ist in der S-Klasse als Sonderausstattung erhältlich. Das System baut auf dem serienmäßigen, volltragenden Luftfedersystem AIRMATIC auf und bietet damit eine Rundum-Niveauregulierung, die das Fahrzeugniveau unabhängig von der Beladung konstant hält. Zugleich ermöglicht es nach Bedarf eine Anhebung oder Absenkung, um die Bodenfreiheit zu vergrößern oder zu verringern.
Darüber hinaus erzeugt die Luftfederung mit aktivem hydraulischen Dämpfer dynamische Kräfte, die den Kräften der Luftfeder überlagert sind und den Fahrzeugaufbau aktiv abstützen und dämpfen, z.B. bei Längs- und Querbeschleunigung oder bei der Fahrt auf unebenen Straßen. Beim Bremsen und Beschleunigen taucht die Karosserie nicht mehr ein und auf schlechten Straßen kann das System sogar elektrische Energie zurückgewinnen, so dass der Energiebedarf gegenüber dem Vorgängersystem in der bisherigen S-Klasse etwa halbiert wurde.
Das vollaktive Fahrwerk bietet eine sehr weite Spreizung des Fahrverhaltens, die über das Fahrprogramm eingestellt werden kann – vom Komfort einer Luxus-Limousine bis hin zur Agilität eines Sportwagens. Es ist außerdem mit der Hinterachslenkung und den übrigen Fahrwerk- und Regelsysteme eng vernetzt und erreicht dadurch ein neues Maß an Stabilität und Sicherheit. Mit fünf Mehrkernprozessoren, mehr als 20 Sensoren und unter Nutzung der Stereo-Kamera reagiert E-ACTIVE BODY CONTROL vorausschauend auf jede Fahrsituation und schafft ein völlig neues Fahrerlebnis. 1.000-mal pro Sekunde analysieren die Steuergeräte die Fahrsituation und passen das Fahrwerk entsprechend an. Einzigartig ist die Funktion ROAD SURFACE SCAN: Die Stereo-Multi-Purpose-Kamera erfasst kontinuierlich die Fahrbahnoberfläche vor dem Fahrzeug. Die Federbeine werden dann so angesteuert, dass die Karosseriebewegungen beim Überfahren von Bodenwellen deutlich reduziert werden, denn das Fahrwerk reagiert bereits, bevor die Fahrbahnstörung erreicht ist.
Ebenfalls den Fahrkomfort steigert die Kurvenneigefunktion: Im Fahrmodus CURVE neigt sich die S-Klasse ähnlich einem Motorrad aktiv in drei Stufen um bis zu 3° in die Kurve. Damit werden die Querkräfte reduziert, die auf die Passagiere wirken. Kurvenfahrten werden dadurch deutlich angenehmer, insbesondere für die Beifahrer und Fondpassagiere.
Die Regelung von E-ACTIVE BODY CONTROL ist abhängig von:
- der Fahrweise, z.B. dynamisch
- der Straßenbeschaffenheit, z.B. Bodenwellen
- der Fahrzeugbeladung
- der individuellen Auswahl des Fahrprogramms: sportlich (SPORT), komfortabel (COMFORT), komfortabel mit dynamischer Kurvenneigefunktion (CURVE) oder komfortabel und besonders energiesparend (ECO).
Wirkungsweise: So funktioniert E-ACTIVE BODY CONTROL
E-ACTIVE BODY CONTROL ergänzt die Luftfederung um eine teiltragende Hydraulik. Dabei trägt die Luftfeder die Grundlast des Fahrzeugaufbaus und regelt langsam das Niveau ein. Die Hydraulik erzeugt dynamische Kräfte, die den Kräften der Luftfeder überlagert sind und den Fahrzeugaufbau aktiv abstützen und dämpfen. Erreicht werden bis zu 6 kN an den Rädern der Vorderachse und 5 kN an der Hinterachse. Die Stelldynamik beträgt bis zu 20 kN/s. Damit ist auch ein Anheben der Karosserie für den Fall möglich, dass ein drohender Seitenaufprall erkannt wird. Mehr zu dieser Erweiterung von PRE-SAFE® Impuls Seite im Kapitel „Die Schutzmaßnahmen beim Seitencrash“.
An jedem Rad ist innerhalb der Achse ein Dämpfer verbaut, der an beiden Arbeitskammern über ein verstellbares Dämpfungsventil sowie einen Hydraulikspeicher verfügt. Der Dämpfer ist über Hydraulikleitungen mit einer intelligenten Motor-Pumpen-Einheit im 48-Volt-Netz verbunden. Durch eine Ansteuerung der Motor-Pumpen-Einheit kann das Öl derart verschoben werden, dass eine Druckdifferenz innerhalb des Dämpfers entsteht, durch die schnell eine aktive Kraft aufgebaut wird.
Die Koordination der Motor-Pumpen-Einheiten an allen vier Rädern erfolgt über ein zentrales Steuergerät, das auch die Ventile und den Kompressor für die Luftfeder ansteuert und somit immer das gesamte Fahrwerk kontrolliert.
Der Übergang von einer riemengetriebenen hydraulischen Pumpe zu einer elektrischen 48-Volt-Pumpe berücksichtigt auch die zunehmende Elektrifizierung des Antriebsstrangs: Der Verbrennungsmotor steht immer häufiger still – oder fällt ganz weg.
Die neue Mercedes-Benz S-Klasse: Der Antrieb
Mehr Elektrifizierung, mehr Effizienz
Beim Start der neuen S-Klasse sind Reihensechszylinder als Ottomotor und Diesel in verschiedenen Leistungsstufen verfügbar, ein V8-Motor mit integriertem Starter-Generator (ISG) und 48-Volt-Bordnetz ergänzt bald danach die Auswahl. 2021 folgt ein Plug-in-Hybrid mit einer rein elektrischen Reichweite von rund 100 km.
Mit der Einführung des integrierten Starter-Generators (ISG) in der S-Klasse mit dem Reihensechszylinder M 256 hat im Jahr 2017 das 48-Volt-Bordnetz seine Weltpremiere gefeiert. Der Startergenerator übernimmt Funktionen wie Boost oder Rekuperieren und ermöglicht Verbrauchseinsparungen, die vorher der Hochvolt-Hybridtechnologie vorbehalten waren. Der konsequent elektrifizierte Reihensechszylinder leistet im neuen Mercedes-Benz S 500 4MATIC (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,4-7,8 l/100 km, CO₂-Emissionen kombiniert: 192-179 g/km)1 320 kW/435 PS und bietet 520 Nm Drehmoment. Über EQ Boost stehen kurzfristig weitere 250 Nm Drehmoment sowie 16 kW/22 PS Leistung zur Verfügung.
Eine intelligente Aufladung unter anderem mit elektrischem Zusatzverdichter sowie der integrierte Starter-Generator sorgen für hervorragende Leistungsentfaltung ohne Turboloch. Außerdem startet der Motor damit extrem schnell und komfortabel, sodass die Start-Stopp-Funktion für den Fahrer fast unmerklich erfolgt.
Durch die konsequente Elektrifizierung entfällt außerdem der Riemenantrieb für Nebenaggregate an der Stirnseite des Motors, was seine Baulänge reduziert. Die schmale Bauweise als Reihenmotor schafft zusammen mit der räumlichen Trennung von Einlass und Auslass Platz für eine motornahe Abgasnachbehandlung. Für Hochverbraucher wie Wasserpumpe und Klimakompressor wird das 48-Volt-Bordnetz ebenso genutzt wie für den integrierten Starter-Generator, der zugleich mittels hocheffizienter Rekuperation die Batterie mit Energie speist.
Effizient, stark und sauber: der Sechszylinder-Diesel
Abgerundet wird das Motorenangebot durch den Sechszylinder-Diesel (OM 656). Der bereits aus der Vorgänger
S-Klasse ab Mitte 2017 bekannte Motor wurde zur Erfüllung aktueller sowie zukünftiger Emissionsanforderungen weiterentwickelt. Basis ist der integrierte Technologieansatz aus Stufenmulden-Brennverfahren, dynamischer Mehrwege-Abgasrückführung und motornaher Abgasnachbehandlung. Durch die motornahe isolierte Anordnung hat die Abgasnachbehandlung einen geringen Wärmeverlust und günstigste Arbeitsbedingungen. Zu den weiteren Merkmalen der Spitzenmotorisierung der Premium-Dieselfamilie gehören die zweistufige Abgasturboaufladung sowie die variable Ventilsteuerung CAMTRONIC. Die Konstruktion ist durch die Kombination von Alugehäuse und Stahlkolben sowie die weiter entwickelte NANOSLIDE® Laufbahnbeschichtung gekennzeichnet.
Die Abgasnachbehandlung wurde erweitert. Zu ihren Komponenten gehören:
- eine Kombination aus drei Pfaden zur Abgasrückführung (AGR): Diese besteht aus dem Hochdruck-AGR-Pfad, dem Niederdruck-AGR-Pfad sowie einer schaltbaren Auslassventilsteuerung (CAMTRONIC ) zur Rückströmung heißer Abgase in den Brennraum während des Warmlaufs bei geringer Motorlast beziehungsweise bei geringer Abgastemperatur.
- ein motornaher NOX-Speicherkatalysator zur Verminderung der Stickoxide
- ein DPF (Diesel-Partikelfilter mit spezieller Beschichtung, um auch die Stickoxide zu verringern).
- ein SCR-Katalysator (Selective Catalytic Reduction; mit dosiert eingespritzter Menge an AdBlue®) sowie
- ein zusätzlicher SCR-Katalysator im Unterboden des Fahrzeugs.
Das Modellangebot zum Start der S-Klasse2
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|
|
S 450 4MATIC |
S 500 4MATIC |
S 350 d |
S 350 d 4MATIC |
S 400 d 4MATIC |
|
Getriebe |
automatisch |
9G-TRONIC |
||||
|
Motor (Baureihe, Anordnung, Zylinderzahl) |
M 256, R6 |
OM 656, R6 |
||||
|
Hubraum |
cm³ |
2.999 |
2.999 |
2.925 |
2.925 |
2.925 |
|
Leistung |
kW/PS |
270/367 |
320/435 |
210/286 |
210/286 |
243/330 |
|
bei |
1/min |
5.500-6.100 |
5.900-6.100 |
3.400-4.600 |
3.400-4.600 |
3.600-4.200 |
|
Zus. Leistung EQ Boost |
kW/PS |
16/22 |
16/22 |
- |
- |
- |
|
max. Drehmoment |
Nm |
500 |
520 |
600 |
600 |
700 |
|
bei |
1/min |
1.600-4.500 |
1.800-5.500 |
1.200-3.200 |
1.200-3.200 |
1.200-3.200 |
|
Zus. Drehmoment EQ Boost |
Nm |
250 |
250 |
- |
- |
- |
|
l/100 km |
8,4-7,8 (8,3-7,8) |
8,4-7,8 (8,4-7,8) |
6,7-6,2 (6,7-6,2) |
6,9-6,4 (6,8-6,3) |
7,0-6,5 6,9-6,4) |
|
|
CO₂-Emissionen kombiniert2 NEFZ |
g/km |
191-178 (191-178) |
192-179 (192-178) |
176-163 (176-163) |
183-168 (180-166) |
186-171 (183-169) |
|
Beschleunigung 0-100 km/h |
s |
5,1 |
4,9 |
6,4 |
6,2 |
5,4 |
|
Höchstgeschwindigkeit |
km/h |
250 |
250 |
250 |
250 |
250 |
Und hier die Verbrauchswerte nach WLTP4 5
|
|
|
S 450 4MATIC |
S 500 4MATIC |
S 350 d |
S 350 d 4MATIC |
S 400 d 4MATIC |
|
l/100 km |
9,5-7,8 (9,4-7,8) |
9,5-8,0 (9,4-8,0) |
7,7-6,4 (7,7-6,4) |
8,0-6,6 (7,9-6,5) |
8,0-6,7 (7,9-6,7) |
|
|
CO₂-Emissionen kombiniert4 WLTP |
g/km |
215-178 (213-177) |
216-181 (214-181) |
204-169 (201-168) |
211-172 (209-171) |
211-175 (209-175) |
Viele Motorisierungen lassen sich mit dem Allradsystem 4MATIC kombinieren. Das Vorderachsgetriebe wurde weiterentwickelt. Es kann höhere Drehmomente übertragen und ist dennoch deutlich leichter.
1 Die angegebenen Werte gelten für die S-Klasse mit langem Radstand und sind die ermittelten „NEFZ-CO₂-Werte“ i.S.v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Als Bemessungsgrundlage für die Kraftfahrzeugsteuer kann ein höherer Wert maßgeblich sein. Weiterführende Informationen zu den angebotenen Fahrzeugen, inklusive der WLTP-Werte, finden Sie länderspezifisch auf www.mercedes-benz.com
2 Werte der Limousine mit langem Radstand (V 223). Werte für Modell mit kurzem Radstand (W 223) in Klammern, falls abweichend
3 Die angegebenen Werte sind die ermittelten „NEFZ-CO₂-Werte“ i.S.v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Als Bemessungsgrundlage für die Kraftfahrzeugsteuer kann ein höherer Wert maßgeblich sein. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch“ neuer Personenkraftwagen entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist. Weiterführende Informationen zu den angebotenen Fahrzeugen, inklusive der WLTP-Werte, finden Sie länderspezifisch auf www.mercedes-benz.com
4 Die nachfolgenden WLTP-Angaben zu den genannten Fahrzeugen basieren auf den für den deutschen Markt gültigen Verbrauchs- und CO₂-Angaben und sind als unverbindliche Information zu verstehen. In Abhängigkeit von den gewählten Ausstattungen kann das spezifische Fahrzeug zwischen dem „WLTP Minimal- CO₂-/Verbrauchs-Wert“ und dem „WLTP Maximal- CO₂-/Verbrauchs-Wert“ liegen. Als Bemessungsgrundlage für die Kraftfahrzeugsteuer kann ein höherer Wert maßgeblich sein.
5 Werte der Limousine mit langem Radstand (V 223). Werte für Modell mit kurzem Radstand (W 223), falls abweichend, in Klammern
6 Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um „WLTP-CO₂-Werte“ i.S.v. Art. 2 Nr. 3 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet.