Maximale Flexibilität durch das Montagesystem der Zukunft in der Factory 56: Mercedes-Benz stellt Produktion noch flexibler auf
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In der Factory 56 dreht sich alles um maximale Flexibilität: Je nach Marktnachfrage wird die Produktion schnell und unkompliziert angepasst. Neue Modelle und Derivate können in die Abläufe integriert und Produktionskapazitäten zwischen den Werken verschoben werden. Auch auf der Linie zeichnet sich die Produktion durch eine größtmögliche Flexibilität aus: Elektrofahrzeuge der Produkt- und Technologiemarke EQ werden in die Serienproduktion integriert. Dank hochflexibler Strukturen produziert Mercedes-Benz Fahrzeuge mit verschiedenen Antriebsarten auf einer Linie, um schnell auf Nachfrageänderungen reagieren zu können.
Die Factory 56 ist das beste Beispiel: Hier werden große Stückzahlen unterschiedlichster Fahrzeuge mit neuen Antriebstechnologien und Fahrzeugarchitekturen in bewährter Mercedes-Benz Top-Qualität gefertigt. Zunächst rollt in der Factory 56 die neue Generation der Mercedes-Benz S-Klasse Limousine und Langversion vom Band. Später werden hier auch die Mercedes-Maybach S-Klasse sowie der EQS, das erste vollelektrische Mitglied der neuen S-Klasse Familie, vollflexibel auf der gleichen Linie produziert. Die Halle ist zu 100 Prozent flexibel konzipiert, sodass perspektivisch je nach Nachfrage alle Modellreihen von Mercedes-Benz in kürzester Zeit in die laufende Produktion integriert werden können – vom Kompaktfahrzeug bis zum SUV.
Ein wesentliches Erfolgskriterium der Factory 56 ist somit ihre maximale Flexibilität hinsichtlich der Anzahl produzierter Modelle, des Produktionsvolumens und des Materialflusses. Je nach Marktnachfrage wird die Produktion schnell und unkompliziert angepasst. Neue Modelle und Derivate, wie zum Beispiel Nachfolgebaureihen, lassen sich in wenigen Tagen in die Serienfertigung integrieren.
TecLines und modulare Hochzeit
Möglich wird dies unter anderem durch das Montagesystem der Zukunft, das in der Factory 56 zum Einsatz kommt und einen flexibleren Aufbau der gesamten Produktion schafft. Zwei so genannte TecLines dienen dazu, Fixpunkte in der Montage zu vermeiden, was die Flexibilität der gesamten Halle erhöht. Sie befinden sich am Anfang des Inneneinbaus und bündeln alle komplexen Anlagentechniken an einer Stelle. So lassen sich Umbauarbeiten, die beispielsweise durch die Integration neuer Modelle nötig werden, in der restlichen Halle noch einfacher umsetzen. In den TecLines lösen Fahrerlose Transportsysteme das klassische Fließband ab. Dies ermöglicht einen optimalen Wechsel vom Fließ- in den Taktbetrieb. Sinnvoll ist dies bei automatisierten Tätigkeiten, zum Beispiel dem Einbau des Aluminium-Dachs. Für die Integration eines neuen Produkts und einer damit verbundenen neuen Anlagentechnik muss lediglich der Fahrweg des Fahrerlosen Transportfahrzeugs (FTF) geändert werden. Insgesamt sind mehr als 400 FTF in der Factory 56 im Einsatz. Neben den TecLines versorgen sie die Mitarbeiter am Band mit speziell für das jeweilige Fahrzeug vorkommissionierten Warenkörben.
Mit der so genannten „Fullflex Marriage“ wird zudem ein neuer Standard für die Fahrzeug-Hochzeit implementiert, bei der die Karosserie mit dem Antrieb verbunden wird. Die Hochzeit in der Factory 56 besteht aus mehreren modularen Stationen. Die einzelnen Module können bei neuen Produktanforderungen innerhalb eines Wochenendes ausgetauscht werden. Damit lassen sich große Umbauten und so auch längere Produktionsunterbrechungen vermeiden.
Neues Warenkorbkonzept
Um verschiedenste Modelle auf einer Linie fertigen zu können, wird in einer herkömmlichen Produktion viel Platz zur Lagerung verschiedener Teile direkt an der Montagelinie benötigt. In der Factory 56 werden die zu montierenden Teile nicht mehr neben dem Band, sondern in den sogenannten Pickzonen zentral in der Halle und fahrzeugspezifisch kommissioniert. Fahrerlose Transportfahrzeuge bringen die benötigten Teile in spezifisch vorkommissionierten Warenkörben direkt an Ort der Montagetätigkeit. Durch die Fördertechnik können bis zu vier Warenkörbe pro Fahrzeug direkt an der Karosse mittransportiert werden. Diese Organisation der Teileversorgung am Band ermöglicht einen effizienten Montageprozess und sichert dabei gleichzeitig den Verbau der richtigen Teile am Fahrzeug ab.